Reihung der Münchner Direktkandidaten

Auf der Stadtversammlung am 07.12.17 wurden die Direktkandidaten der Münchner Grünen für die Aufstellung der Bezirksliste gereiht. Bei meiner Bewerbung um Platz 6 der Reihung habe ich die nachfolgende Rede gehalten. Die Stadtversammlung hat die folgende Reihung beschlossen:

  1. Katharina Schulze
  2. Ludwig Hartmann
  3. Gülseren Demirel
  4. Christian Hirneis
  5. Sanne Kurz
  6. Florian Siekmann
  7. Hep Monatzeder
  8. Benjamin Adjei
  9. Andreas Beyer

Die Rede

Liebe Grüne Mitstreiter*innen,

ich bin Florian Siekmann, 22 Jahre alt, schließe gerade meinen Bachelor in Chemie und Biochemie ab und will gemeinsam mit euch dieses Land in eine Grüne Zukunft führen.

Prof. Schellnhuber hat auf der BDK richtig festgestellt: Wir sind die einzige Partei, die sich an wissenschaftliche nErkenntnissen orientiert. Der Klimawandel hat uns bereits erfasst, die Ressourcen sind begrenzt und das Artensterben ist real. Als junger Mensch will ich mich besonders für den Erhalt unseres Lebensraums einsetzen, denn uns treffen die Folgen am härtesten. Die Antwort auf Realitätsverweigerer ala Trump und Co. kann nur eine grüne Kultur- und Wissenschaftspolitik sein.

Ich will mich dafür einsetzen, dass aus öffentlichen Mitteln finanzierte Forschung auch offen zugänglich publiziert werden muss. Das nützt nicht nur der Wissensschaft bei der Erforschung Grüner Technologien – ich forsche selbst gerade an Katalysatoren direkten Gewinnung von Wasserstoff mit Hilfe von Sonnenlicht – sondern das hilft auch der Wirtschaft bei deren Entwicklung und Umsetzung. Ohne wissenschaftlichen Fortschritt wird weder die Verkehrswende noch die 100%ige Versorgung mit erneuerbaren Energien umsetzbar sein.

Wir müssen aber noch einen Schritt weiter gehen, es genügt nicht Wissen nur verfübgar zu machen, es muss auch den Menschen näher gebracht werden. Angesichts der rapiden technischen Entwicklung muss lebenslanges Lernen einen neuen Stellenwert einnehmen, da sonst eine Gesellschaft der unterschiedlichen Geschwindigkeiten droht. Arbeiteneherinnen müssen sich laufen weiterqualifizieren können und das Bildungssystem durchlässiger sowie inklusiver gestaltet werden.

Wir dürfen bei all diesen Entwicklungen nicht vergessen, ständig zu hinterfragen, wie sich unsere Gesellschaft verändert und insbesondere, ob bei der nächsten Digitalisierungswelle nicht jemand über Bord gespült wird. Ich setze mich daher für eine Förderung niedrigschwelliger kultureller Teilhabe ein, um allen Menschen einen Anschluss an die Gesellschaft zu ermöglichen. Wir Grüne kennen das, viele sind ehrenamtlich aktiv, setzen sich in Vereinen und Verbänden für eine nachhaltige Zukunft ein, aber oft Fehlen notwendiger Räume und Infrastruktur. Das Land ist hier in der Pflicht die Kommunen finanziell besser auszustatten, damit sie entsprechende Maßnahmen treffen können. Kulturelle Teilhabe ist die beste Maßnahme gegen ein aseinanderdriften der Gesellschaft und die Salonfähirgkeit rechtspopulistischer Thesen.

Ich habe viel über wissenschaftliche Erkenntnisse gesprochen, aber was kann die Wissenschaft von uns Grünen lernen? Die Gläserne Dekcke hält an Universitäten und Hochschulen Frauen noch immer aus Spitzenpositionen fern. An der LMU lehren trotz eines Anteils von 60% Studentinnen und 55% Doktroandinnen noch immer nur 20% Professorinnen. Seit 2 Jahren kämpfe ich als studentischer Senator, sprich Repräsentant der 55.000 LMU Studierenden, bei jeder einzelnen Berufung für einen höheren Frauenanteil. Die klare Antwort aus der Politik muss hier lauten: Die Hälfte der Mach den Frauen auch in der Wisschenschaft!

Als Kandidat der Grünen Jugend München verstehe ich mich als Scharnier zwischen Jugendorganisation und Partei. Im Wahlkampf will ich junge Menschen für Politik begeistern, als Mitglieder gewinnen und mit Ihren Ortsverbänden in Kontakt bringen. All unserer Vorhaben wäre ohne eine so aktive Basis in den Ovs nich möglich, das zeigt auch der unglaubliche Einsatz beim Unterschriftensammeln für das Volksbegehren gegen Flächenfraß.

Wem es jetzt schon vor einem Wahlkampf gegen die CSU unter Markus Söder und die AFD graut, dem will ich mitgeben: Politischer Wille ist eine erneuerbare Energie, und niemand kann Erneuerbare besser als wir!

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