Endlich gleiche Chancen in der Bildung

Im März habe ich an der LMU in München meinen Bachelor in Chemie und Biochemie abgeschlossen. Da ich selbst aus einer klassischen Arbeiterfamilie stamme, habe ich während meiner Zeit an Schule und Universität viele Herausforderungen unseres Bildungssystems unmittelbar kennengelernt.

Ich setze mich für eine deutlichen Ausbau der frühkindlichen Bildung und Betreuung ein, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu vereinfachen und Alleinerziehende zu entlasten. Mit einer Qualitätsoffensive will ich gerade Kindern aus bildungsfernen Familien einen besseren Anschluss an Gleichaltrige ermöglichen. Der Zugang zu Krippen, KiTas und Horten soll schrittweise beitragsfrei werden, allerdings nicht auf Kosten der Qualität. Ich setze mich dafür ein, dass der zusätzliche Bedarf an Erzieher*innen durch eine Aufwertung der Ausbildung und faire Bezahlung gedeckt wird.

In den Schulen sollen sich Kinder und Jugendliche zu starken Persönlichkeiten mit Verantwortungsbewusstsein für sich, die Gesellschaft und unsere Umwelt entwickeln. Diese Entwicklung will ich durch eine gute Unterrichtsversorgung und moderne Infrastruktur unterstützen. Im Schulalltag möchte ich der Digitalisierung und Demokratieförderung einen größeren Stellenwert zukommen lassen. Mit der Einführung eines Faches Digitalkunde werden Kinder und Jugendliche sowohl an die technischen Grundlagen als auch an die gesellschaftlichen Folgen digitaler Medien herangeführt. Eine Aufwertung der Schülermitverantwortung (SMV) stärkt die Selbstständigkeit in jungen Jahren und beteiligt die Schüler*innen aktiv an der Gestaltung des Schulalltages.

Wo z.B. durch Inklusion oder Integration Bedarfe bestehen, will ich gezielt eine zweite pädagogische Fachkraft in den Klassen einsetzen, damit alle Kinder und Jugendlichen bestmöglich unterstützt werden. Ein durchlässigeres Schulsystem und eine Ausweitung der gebundenen Ganztagsschule mit Lern- und Erholungsphasen eröffnen Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft. Als Erster meiner Familie am Gymnasium habe ich hautnah erlebt, was es bedeutet, wenn zu hause niemand bei den Hausaufgaben oder dem Erlernen von Fremdsprachen helfen kann.

Berufliche Ausbildung und Studium sind nach der Schullaufbahn gleichermaßen wichtige Stützen unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Durch Investitionen in Berufsschulen will ich die Berufsausbildung von staatlicher Seite attraktiver gestalten. Forschung und Lehre an den Hochschulen betrachte ich als Staatsaufgabe. Sie müssen entsprechend mit einer guten Grundfinanzierung ausgestattet werden. Um Erstakademiker*innen den Einstieg in das Studium zu erleichtern, setze ich mich für Investitionen in Studierendenwerke und den Bau von zusätzlichen Wohnheimen ein.

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