Inzwischen haben sich viele Menschen daran gewöhnt: Zwei Mal im Jahr schrillen in Bayern Handys, Sirenen heulen auf und Anzeigentafeln warnen. In Oberfranken gab es einen lautstarken Zwischenfall.
»Das Innenministerium hatte basierend auf ersten Meldungen aus der Region von etwa 100 Sirenen gesprochen, die etwa 15 Minuten lautstark Alarm geschlagen hätten. "Wir werden uns die Ursachen vor Ort detailliert anschauen und mögliche technische Fehler für die Zukunft abstellen", sagte Bayerns Innenminister Herrmann (CSU). "Insgesamt hat der Probealarm gezeigt, dass wir im Ernstfall mit unserem vielfältigen Warnmittel-Mix die Bevölkerung im Freistaat rasch und zuverlässig warnen können."
Bayern sei beim Bevölkerungsschutz gut aufgestellt, teilte das Innenministerium mit. Für den Katastrophenschutz habe man in den vergangenen Jahren immer mehr Geld bereitgestellt, im jüngsten Doppelhaushalt für die Jahre 2024 und 2025 waren es demnach 90 Millionen Euro. Dennoch müsse insbesondere in den Ausbau der Sireneninfrastruktur weiter kräftig investiert werden. Herrmann sagte, er hoffe, dass die künftige Bundesregierung bald neues Geld aus Berlin zum Sirenen-Ausbau zur Verfügung stelle.
Denn in Bayern gibt es bei weitem nicht in allen Kommunen fest montierte Sirenen: Landesweit existieren inzwischen gut 10.000. Im vergangenen Jahr waren rund 350 hinzugekommen, wie eine Anfrage der Landtags-Grünen ergab.
Viel zu wenig, findet deren zuständiger Sprecher Florian Siekmann. Nötig sind laut Staatsregierung rund 20.000 Sirenen, aktuell ist in keinem einzigen Landkreis eine flächendeckende Warnung mit Sirenen sichergestellt. Bleibt das Tempo beim Ausbau gleich, wird es den Grünen zufolge etwa 30 Jahre dauern, bis alle notwendigen Sirenen im Freistaat errichtet sein werden.«
Den ausrührlichen Artikel im Stern können Sie hier lesen.