»Kontroverse um Auslegung der bayerischen Kriminalstatistik« | Süddeutsche
Bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen im Innenausschuss des Landtages will Innenminister Herrmann auf den hohen Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger „ausdrücklich hinweisen“. SPD und Grüne kontern mit anderslautenden Studienergebnissen und den prekären Wohnverhältnissen in Flüchtlingsunterkünften:
»Kritische Wortmeldungen kamen von Vertretern der Opposition im Landtag. Florian Siekmann (Grüne), stellvertretender Ausschusschef und am Mittwoch Leiter der Sitzung, sagte, es sei unbestritten, dass die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen in der Statistik überrepräsentiert sei. „Aber die spannende Frage lautet doch: warum?“ Die blanke Zahl sei „nicht wirklich aussagekräftig“. Damit zu arbeiten, ohne zu schauen, wer sich dahinter verberge, und „damit Politik zu machen“ – das hält Siekmann für „Unsinn“.
[...] Grünen-Politiker Siekmann argumentierte mit Studienergebnissen, wonach nicht die Staatsbürgerschaft treibender Marker für Kriminalität sei, sondern soziale Bedingungen und etwa die Wohnsituation. Sowie Faktoren wie Alter und Geschlecht. Er wolle an den Minister „appellieren, dass man es sich da nicht so leicht macht“. Herrmann konterte, natürlich hätten junge afghanische Männer einen anderen Einfluss auf die Kriminalitätsbelastung als 70-jährige Frauen. Wenn eben solche Zuwanderer kämen, müsse man die Realität betrachten und zur Kenntnis nehmen, dass das zu mehr Kriminalität führe. Die demografische Analyse allein zeige noch keine Lösungen auf.«
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