»Es war im März ein kleiner Coup für die Staatsregierung, als bekannt wurde, dass der Drohnenbauer Helsing ein Werk in Hallbergmoos im Kreis Freising plant. Das nach eigenen Angaben führende europäische Unternehmen für Verteidigungstechnologie sichert sich dort ein 250.000 Quadratmeter großes Areal. Rund 300 Arbeitsplätze könnten entstehen. Aus Sicht der Staatsregierung war es aber auch ein Paradebeispiel dafür, wie Bayern auf die sogenannte Zeitenwende reagieren will. Denn nicht nur die politische Großwetterlage hat sich verändert. Auch wirtschaftliche Gewissheiten werden gerade abgeräumt. Eine davon lautet: Die Autoindustrie sichert Bayerns Wohlstand
Florian Siekmann, innenpolitischer Sprecher der Landtags-Grünen, warnt davor, zu viel zu erwarten. „Ein Ausbau der Rüstungsindustrie in Bayern kann erst mal helfen, Verluste in der Automobilindustrie auszugleichen – etwa wenn es um den Erhalt von Arbeitsplätzen im Maschinenbau geht. Sie kann aber kein gleichwertiger Ersatz sein“ – und dürfe vor allem keinesfalls zum Vorwand werden, die Elektromobilität auszubremsen. Die Verteidigungsindustrie generiere nicht automatisch immer neue Märkte, die man erschließen kann, sagt Siekmann. „Die Abnehmer sind begrenzt – schon aufgrund unserer eigenen Sicherheitsinteressen.“ Und: „Mit einer veränderten Weltlage kann auch schnell wieder eine Situation entstehen, in der die Nachfrage deutlich zurückgeht.“«
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